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| Antike |
Zusammengestellt
von Dr. Dickert anlässlich des 700.- jährigen Jubiläums der
Zellinger Bruderschaft.
| Antike | |
| 400 vor Chr. | Verschiedene Wüstungen
wurde am "Steinbühl" und "Kirchberg" entdeckt. Hügelgräber im Wald zwischen Duttenbrunner- und Billingshäuser Straße es handelt sich um Hügelgräberfunde aus der Eisenzeit und zwar: a) der jüngeren Hallstadt-Zeit (700-550 v. Chr.) - Zeit der Illyrer mit keltischen Einfluss b) der Früh-Latene-Zeit (550-400 vor Chr.) Gefäßformen - Keltenzeit. |
| Mittelalter | |
| 744-747 | wird das Dorf Zellingen von den fränkischen Königen Pippin und Karlmann an das Kloster Fulda verschenkt. In neuster Zeit wird die Echtheit dieser Urkunde bezweifelt |
| 838 | Frauenkloster mit Kirche in Zellingen Äbtissin Mathilde Reliquienüberführung von Rom über Solnhofen, Holzkirchen, Zellingen nach Fulda Heilung der Liobsuwind. |
| 1015 | wird das Dorf Zellingen in einer Würzburger Wildreviergrenze betreffenden Urkunde des Kaisers Heinrich II, des Heiligen genannt. |
| 1097 | bestimmt Bischof Emehard zum Unterhalt des Armenspitals bei ST. Stephan in Würzburg die wohlhabende Pfarrei Zellingen. Bald darauf kamen die Pfarrbezüge an das Frauenkloster "St. Afra" und an das Stift Neumünster (beide Würzburg), wo sie bis zur Säkularisation verblieben. Beide waren Zehntherren in Zellingen. Die Pfarrei vergab das Kloster "St. Afra". Zur Pfarrei Zellingen gehörten die Orte Thüngersheim, Himmelstadt, Duttenbrunn und vielleicht auch das jetzt Protestantische Pfarrdorf Billingshausen. Sie wurden im Laufe der Zeit alle von der Mutterpfarrei Zellingen getrennt. |
| 13. Jahrhundert | Zwei Zellinger Edelleute: Heinrich Weybeler und Herrmann nehmen an einem Kreuzzug ins Heilige Land teil, von dem letzterer nicht wieder zurückkehrte. |
| 1251 | Die kurz vorher erbaute neue Kirche wird konsekriert "zu Ehren der Allerheiligsten Jungfrau Maria". |
| 1252 | Gründung der Bruderschaft Maria zu Ehren durch die Zellinger Jünglinge und Knaben. Die Bruderschaft wurde wegen eines vor dem Marienaltar in der Zellinger Pfarrkirche "für ewige Zeiten" aufgehängten Kerzenleuchters, den 2 Jünglinge ehrenamtlich betreuten, später auch das "Leuchtenamt" genannt. |
| 1312 | Zellingen erhält von König Heinrich VII. Schweinfurter Stadtrecht und die Erlaubnis, sich mit Mauern und Gräben zu umgürten. Letzteres unterblieb aber. |
| 1353 | Wird die bisherige Filialkirche Thüngersheim von der Mutterkirche Zellingen getrennt und selbständig. Bisher geschahen viele kirchliche Funktionen für die Thüngersheimer in Zellingen. Sogar ihre Toten mussten sie hier begraben. Dies wurde von nun an anders. |
| 1367 | Abt Heinrich von Fulda verkauft das Dorf Zellingen an den Fürstbischof Albrecht von Hohenlohe um 7000 Pfund Heller |
| 1415 | Verschrieb Bischof Johann II. von Brunn das Dorf Zellingen an Adam von Tottenheim für 3000 Gulden auf Wiederkauf. |
| 1437 | Hat Bischof Johann den damaligen Frühmesser von Zellingen erlaubt auf dem Kirchhof daselbst ein Haus zu bauen an der Stelle der Hofstadt, die ehemals Ulrich Weybeler innehatte. Spätere Besitzer war Herr Englert neben dem Pfarrhof. |
| 1439 | Überfiel der Zellinger Schloßvogt die Familie von Tottenheim, Peter von Stettenberg der Jüngere die Stadt Kitzingen, raubte dort 500 Stück Vieh und trieb diese Beute nach Zellingen. Deshalb rückten Johann und Albrecht von Brandenburg mit einer Schar Reisiger am 3. August vor Zellingen und nahmen es ein. |
| 1470 | Bischof Rudolf von Scherenberg kauft das Dorf Zellingen von der Familie von Tottenheim wieder zurück. |
| 1481 | Überfiel König
Fuchstat, gesessen auf dem Schloss Zellingen Schiffe von
Bamberger Kaufleuten, die ihre Ware auf dem Main zur
Frankfurter Messe führen wollten, bei Laudenbach und
führte die Beute in sein Schloss Zellingen. Daraufhin
lies Bischof Rudolf von Scherenberg das Schloss besetzen
und gab den Bambergern das geraubte Gut, soviel davon
noch vorhanden war, wieder zurück. Daher wohl heute noch
das Scherenbergsche Wappen am Zellinger Gemeindeturm. |
| Neuzeit | |
| von 1513 | Stammt ein Denkstein am Ölberg bei der Friedhofskapelle mit dem Hochrelief eines betenden Mannes und den Ahnenwappen der Rieneck und Haberkorn. Die Haberkorn hatten in Zellingen ihren Stammsitz. Schon 1235 nahm Franz von Haberkorn an einem Turnier in Würzburg teil. Das Haberkornsche und das fränkische Wappen mit der Jahreszahl 1569 sind auch am Gasthaus zum Ross vorhanden. Dieses Hofgut war ursprünglich im Besitz der Familie Haberkorn. Übeltäter sogar Verbrecher, die in dieses Haus flüchteten, waren 3 Tage von der Verfolgung befreit und konnten in dieser Zeit nicht verhaftet werden. Später diente dieses Gebäude unter dem Namen das "Hohe Haus" als Rathaus, Gerichtshaus und Wirtshaus.In ihm hielten die Zellinger Schöffen das Dorfgericht ab über Leute, die sich nur leichtere Verfehlungen hatten zuschulden kommen lassen. Der Bau war in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten bis zum Jahr 1926, wo er durch Feuer zerstört wurde. |
| 1525 | Im Bauernkrieg
verteidigten die Edelleute Florian Haberkorn und Marzell
von Weyler von Zellingen tapfer und mutig den Marienberg
bei Würzburg gegen die heftigen Angriffe der
Zahlenmäßig weit überlegenen Bauern. In Zellingen sammelte sich während des Aufstandes ein Bauernhaufe, um die Pläne der Aufrührer mit den Waffen in der Hand zu unterstützen. Am 20. Juni wurde mit 8 anderen Angeschuldigten aus dem Bezirk Karlstadt auch der Schultheis Thomas Glock von Zellingen in Karlstadt hingerichtet Die meisten Angehörigen der Familie Haberkorn sind auf die harte Einbuße hin, die dieses Geschlecht im Bauernaufstand erlitt, für immer von Zellingen fortgezogen: nach Hessen, in die Wetterau, in die Lausitz und nach Schlesien. |
| 1529 | Stirbt Anna Haberkornin, Meisterin des Frauenklosters Unterzell. |
| 1530 | Fiel das Lehen Zellingen an das Hochstift Würzburg zurück. |
| 1531 | Empfing Michael Haberkorn die Tonsur zu Würzburg und wird alsbald Frühmesser in Zellingen. |
| 1542 | Empfingen Peter und Johannes Haberkorn die Tonsur |
| 1530-1596 | Hatte das Geschlecht von Thüngen das Zellinger Lehen in Besitz |
| 1585 | Starben in Zellingen von Maria Lichtmeß bis Michaeli 254 Personen an der Pest |
| 1596 | Hans Adam von Fronhofen kauft das Mannlehen Zellingen |
| 1602 | War das Eingangstor zum früheren Amtskellerhaus (auch Zehntscheuer genannt) erbaut worden. Späterer Besitzer des Anwesens: Weiglein-Kühlein gegenüber dem Haupteingang der Pfarrkirche. Der Keilstein trug außer der Jahreszahl 1602 das Wappen der Thüngen und Herbilstat und die Aufschrift "Gut Anmut". Der Rundbogen wurde etwa 1948 durch ein praktisches Einfahrtstor ersetzt und dabei leider auf der Kehlstein entfernt. |
| 1605 | Aus einer Urkunde Zellinger Bürger an das Stift Neumünster in Würzburg geht hervor, dass der größere Teil von Zellingen "vor unvordenklicher Zeit" schon einmal durch Feuer verheert worden ist. |
| 1611 | Bruder und 2 Neffen des
Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn kaufen vom
letzten Inhaber das Lehen Zellingen um 10000 Gulden.
Bischof Julius belohnte am 4. Mai 1613 die 3 Käufer.
Seit dieser Zeit wohnten Angehörige dieser Familie
zeitweise und zuletzt ständig auf ihrem Ahnsitz in
Zellingen. Manche fanden auch in der früheren hiesigen ,
von ihren hohen Verwanden, den Bischof Julius erbauten
Kirche ihre letzte Ruhestätte. Hier starb auch der
letzte männliche Sproß seines Geschlechts, der
18-jährige Johann Philipp Echter, Erbmarschall in
Franken, am 16. März 1665 und wurde am 24. März zu
Würzburg am rechten Seitenschiff des hohen Doms neben
dem Fürstbischof Julius Echter beigesetzt. 1951 stieß man bei Bauarbeiten am Dom auf die Gruft dieses letzten Echter. Bei der Öffnung der Gruft fand man einen schlichten Tannensarg, bemalt mit einem Kreuz. Darauf lag der zerbrochene Schild der Echter zum Zeichen, dass Johann Philipp dieses Geschlecht nun erloschen ist. Der Tote im Sarg trug die noch gut erhaltene Kleidung eines Edelmannes seiner Zeit. Am 23. Februar 1950 brachte die Mainpost das Bild des geöffneten Sarges. Nach dem Tod des letzten Echter zog das Hochstift Würzburg das Mannlehen Zellingen ein und überwies dessen Einkünfte der Hofkammer. |
| 1615 | Erbaut Fürstbischof
Julius eine neue Kirche auf dem Boden des heutigen
Lehrerwohnhauses, nachdem er 1609 im Dorf selbst ein
Schulhaus (das alte Rathaus in der Brückenstraße)
bereits errichtet hatte, wie die lateinische Schrift an
der Außenwand (Maingasse) heute noch zeigt.
Kirchenbauliche Veränderungen scheinen auch in den
Jahren 1484 und 1603 vorgenommen worden sein. Zahlreiche Bildstöcke aus der Julius-Zeit sind auf der Zellinger Markung heute noch vorhanden: auf der Bachbrücke, an der Kapellensakristei, an der Himmelstadter Straße, 2 an der Erlabrunner Straße |
| 1619 | Am 21. September wurde Kaiser Ferdinand II. nach erfolgter Wahl und Krönung auf seiner Reise von Frankfurt nach Wien im Zellinger Schloss von Dompropst Konrad Friedrich von Thüngen festlich empfangen und bewirtet. |
| 1631 | Im Dreißigjährigen
Krieg nach der Eroberung der Würzburger Grenzfestung
Königshofen durch die Schweden am 10. Oktober ergriffen
auch die Zellinger Einwohner, von ungeheureren Schrecken erfasst, am 12. Oktober die Flucht. So bezeugt es ein
Eintrag des hiesigen Ortspfarrers in die Matrikel. Gleich
darauf wird in Zellingen geplündert im November wurde
von König Gustav Adolf der Junker Stoffel Albert Voit
von Rieneck zu Zellingen als Amtmann für die Bezirke
Karlstadt, Gemünden und Schönrain bestimmt. Wenn auch
Stoffel albert von Rieneck in Karlstadt seine Amtswohnung
hatte, so hielt er sich doch meistens in Zellingen in
seinem Ansitz auf. Hier empfing er Deputationen aus
Karlstadt, gab seine Weisungen und veranlaßte die
Abfassung von Beschwerdeschriften über den schwedischen
Stadtkommandanten von Karlstadt, Oberst Wildenstein an
den Feldmarschall Horn des Königs Gustav-Adolf, mit dem
Erfolg, dass die Offiziere von der Bevölkerung keine
unerträglichen Kontributionen mehr fordern durften. Auf
diese Weise setzte Amtmann Voit von Rieneck der Quälerei
und Willkür der Schweden ein Ende. Trotzdem erlitt unser Dorf seit der Besetzung des Bistums Würzburg durch die Schweden im Jahre 1631 bis 19. Juni 1632 einen Schaden von .8085 fl fränk. Durch seine Zugehörigkeit zum Amt Karlstadt hatte es ohnehin alle dem Amtssprengel zufallenden Lasten an Einquartierung, Verpflegung, Kontributionen, und Frondiensten mittragen zu helfen. So wurden in der Zeit vom 14. Bis 18. Oktober in Zellingen und Gössenheim 8000 Pfund Brot für die Schweden gebacken und am 19. Oktober in der Nacht auf ein Schiff nach Gemünden gebracht. Leider ist Amtmann Voit von Rieneck kurz nachdem er in Karlstadt seine letzte Amtshandlung vorgenommen hatte, am 27. Dezember 1631 ganz plötzlich verstorben und als Protestant nicht in Zellingen sondern in Thüngen beigesetzt worden. Die Einträge in Zellinger Pfarrbüchern, die seit dem Schwedenüberfall aufgehört hatten, nahmen am 25. Dezember ihren Fortgang, um ab 28. Juli 1632 bis zum Jahr 1642 vollständig auszufallen mit der Begründung, von Seiten des Ortspfarrers, die Einträge seien wegen der Kriegswirren in Kalendern erfolgt. |
| 1633 | Am 30 März starb in Zellingen auf der Flucht Abt Georg Ehehalt vom Kloster Neustadt am Main. Als Bauersmann verkleidet mit dem Karst auf dem Rücken, war er nach dem Schwedeneinfall nach Zellingen geflohen und erlag dort seinem Elend. Am Hochaltar der Kapelle in Retzbach wo er 22 Jahre Pfarrer war, liegt er begraben. Außen an der Chorwand der Kapelle (gegen Retzstadt zu) ist sein Grabmal angebracht: In Stein ausgehauen kniet ein mit Chormantel angetaner Abt vor einem Kruzifix; neben ihm ist Inful und Stab und unter diesem auf dem Wappenschild ist ein Mann, der auf der rechten Schulter einen Karst trägt. So ist der tragische Ausgang seines Lebens dargestellt, indem er nach vielen durch die Besatzung ihm zugefügten Unrecht verkleidet und unerkannt seine vielgeliebte Abtei verlassen musste. |
| 1633 | Hat Weihbischof Johann Melchior von Würzburg die Erlaubnis gegeben, zur Errichtung der Erzbruderschaft des heiligen Skapuliers unter dem Titel "Mariä Hülf vom Berg Carmel" zu Zellingen. |
| 1635 | Am 18. Januar mag man in Zellingen aufgeatmet haben als man nach der vernichtenden Niederlage des Schwedenkönigs bei Nördlingen und nach der Einnahme von Würzburg durch die Kaiserlichen die schwedische Besatzung vom Marienberg abzog und auf dem Main an Zellingen vorbei nach Frankfurt verbracht wurde |
| 1643 | Setzten französische Truppen unter General Guebriant von der Fränkischen Saale her über den Main; bei dieser Gelegenheit kamen Streifenabteilungen nach Zellingen herauf, plünderten unser Dorf und schoben ihre Vorposten bis Zell vor |
| 1644 | War das befreundete (!) bayerische Kriegsheer welches Zellingen und die ganze Umgegend derartig auszog und verheerte, dass die Leute nicht einmal ihr Vieh ernähren konnten. Den Menschen tat man allerdings nichts zuleide |
| 1645 und 1646 | Zeigten die Einträge in den Pfarrbüchern, dass Zellingen selten von Einquartierung ganz frei war. Weimarische Truppen wechselten mit bayerischen und schwedischen ab. Die Bevölkerung hatte ziemlich die gleichen Drangsale zu ertragen, ob Freund oder Feind im Land hauste. |
| 1646 | Hat Hans Mürckler für das Fundament des zu errichtenden Ölbergs 100 fl. Legiert. Demnach stand der jetzt vor der Kapelle in einer Nische angebrachte Ölberg früher einmal anderswo; wahrscheinlich in der nächsten Umgebung der früheren Pfarrkirche. |
| 1648 | Am 11. Februar berichtet
der Ortspfarrer Johann Kürblein von Zellingen, dass damals "das ganze kaiserliche Heer" seinen Weg
durch unsere Gegend nahm und 21 Dörfer in Flammen
aufgehen lies. Was dieses unversehrt ließ, das
verheerten und verwüsteten vollends gänzlich die ihm
auf dem Fuß folgenden Schweden und Franzosen
ununterbrochen durch 3 Wochen hindurch und versetzen
unser Heimatland durch nicht gut zu machende Zerstörung
in einen beklagenswerten Zustand. Die Städte glichen den
Dörfern, die Kirchen waren in Ställe umgewandelt, die
Menschen niedergemetzelt worden. Pfarrer Kürblein
schließt seine Bericht mit den Worten: "Und das
heißt neutral sein." Er dachte dabei wohl an den
zwischen Fürstbischof Johann Philipp und den
schwedischen General Königsmark im Jahre 1645
geschlossenen Vertrag auf Vermeidung von Feindseligkeiten
und das Übereinkommen mit Turenne vom Jahre 1647 auf
möglichste Befreiung der Untertanen des Hochstifts
Würzburg von Kriegslasten. So musste Zellingen die
Drangsale und Quälereien des Dreißigjährigen Krieges
bis zum Friedensschluß verkosten. Endlich kam die Nachricht von dem am 24. Oktober 1648 geschlossenen Frieden. Trompeter flogen durch das ganze Land und kündeten allen Heeren und den tränenreichen Volk endlich diesen Frieden an. Die Einkehr des Frieden meldete der Zellinger Pfarrer durch Eintrag ins Pfarrbuch mit folgenden schönen Worten: "Nachdem im Verlauf so vieler Jahre im Sturmwind des Schwedenkrieges zahlreiche Städte, Dörfer, Kirchen ausgeplündert und ausgesogen und so viele Tausende von Menschen in äußerste Not versetzt worden waren, hat Gott sich unserer erbarmt; den Frieden den uns seine Gerechtigkeit so lange verweigerte, verlieh uns am 24. Oktober des laufenden Jahres seine unbegrenzte Güte". Den Friedensschluß haben am St. Martinsfest sämtliche Pfarrvorstände mit größter Feierlichkeit nachdrücklich festlich begangen. Mit dem Lobgesang "Te Deum luadamus" und unter Böllerschießen hielt man den Dankgottesdienst ab. "Gebe Gott, dass der Friede unwiderruflich verharren möge!" |
| 1649 | Zur Jahreswende heißt es in der Pfarrmartikel: "Mit dem Anfang des neuen Jahres wurden alle Schweden von hier weggezogen. Dies gereiche zur Festigung des Glaubens und des Friedens." |
| 1650 | Der gänzliche Abmarsch der schwedischen und französischen Truppen erfolgte bekanntlich erst im Juli 1650. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges waren in Zellingen ansässig die Adelsgeschlechter Voit von Rieneck, von Erthal, Echter von Mespelbrunn. Da die Voiten von Rieneck evangelisch waren, wurden sie nach Ihrem Tote entweder in Thüngen oder in Billingshausen beigesetzt. Nur ihre Kinder fanden in der Zellinger Pfarrkirche neben der Kanzel ihre letzte Ruhestätte. 1625 wird das Erthalsche Schloss in den Zellinger Pfarrbüchern erwähnt, ab 1627 scheint dieses Adelsgeschlecht in Zellingen nicht mehr gewohnt zu haben. Die Familie des Franz Echter von Mespelbrunn hatte Ihr gemeinsames Grab in der alten Zellinger Pfarrkirche neben dem Sebastians-Altar. Nur der oben erwähnte Johann Philipp wurde im Dom zu Würzburg beigesetzt als letzter seines Geschlechts. |
| 1652 | Erst konnte in Zellingen die vom Weihbischof Melchior Söllner bereits im Jahre 1633 erlaubte Errichtung der Erzbruderschaft des Skapuliers erfolgen. Wegen der Wirrnisse des Dreißigjährigen Krieges war dies wohl vorher noch nicht möglich. Nun wurde auch die alte durch den Bauernkrieg und andere feindliche Kreisläufe fast erloschene Bruderschaft wieder ins Leben gerufen, mit der Erzbruderschaft des heiligen Skapuliers vereinigt und dadurch die Andacht zu Maria um so eifriger erweckt. |
| 1658 | Wurde das jetzige Pfarrhaus erbaut |
| 1673 | Wurde die Bruderschaft von Cremes XI. mit einem päpstlichen Ablaß versehen, der Kraft einer eigenen Bulle auch den abgestorbenen Seelen im Fegefeuer zugewandt werden kann. Daraufhin ist die Zahl der Marienverehrer in kurzer Zeit bis in die 4000 gewachsen. Man faßte den Entschluß, das 80-jährige Vorhaben der Errichtung einer eigenen Kapelle auf freiem Feld unter dem Namen "Mariä Hülf vom Berg Carmel" mit eigenen Mitteln und körperlicher Arbeit nun nach Beendigung der Hindernisse ins Werk zu setzen. |
| 1673 | Am 24 September haben kaiserliche Soldaten der Generals Montecuculi anläßlich des Franzoseneinfalls unter Marschall Turrene in Franken neben der Dörfern Zell, Margetshöchheim, Erlabrunn auch Zellingen geplündert |
| 1677-1685 | Wurde die Kapelle
errichtet. Wiederum waren es die Jünglinge und Knaben,
welche als erste für den Baubeginn Steine brachten und
herbeiführten . Ihnen folgten bald Männer und Frauen,
Einheimische und Freunde, Soldaten und Zivilisten,
Katholiken und Andersgläubige die an Mittwochen und
Samstagen der Mutter Gottes zu Ehren umsonst Steine
gebrochen und angefahren haben. Zahlreiche fürstliche
Personen, hohe Adelige, Generäle, Offiziere, Doktoren
der Medizin, Geistliche, Ratsherren haben in freigiebiger
Weise zum Kapellenbau gespendet. Hohe Adelige Damen
verehrten Meßgewänder. |
| 1685 | Am Sonntag nach Maria Würzburg unter dem Namen "Mariä Hülf vom Berge Karmel" geweiht worden. In der Folge wurde unsere Kapelle ein besuchter Wallfahrtsort und den Wallfahrtskirchen in Retzbach und Dettelbach gleichgestellt. |
| 1689 | Am 14. Januar wird dem bisher einzigen Schulmeister von Zellingen, weil er durch die alljährliche Zunahme der Schüler überlastet ist, als Hilfskraft ein "Cantor" zugeteilt. |
| 1709 | Ist im Pfarrhof die Stallung an die (damalige) Kirchenringmauer gebaut worden |
| 1716 | Findet die 1. Beerdigung im neuen Kapellenkirchhof statt. Vielleicht hängt die Verlegung des Friedhofes von der Umgebung der alten Pfarrkirche an die Kapelle mit der im kommenden Jahr zu erwartenden Errichtung des neuen oder Weißen Schlosses" zusammen. Von jetzt ab werden die beide Friedhöfe auf die Dauer von mehr als 100 Jahren gleichzeitig benützt., wahrscheinlich je nach Wunsch des verstorbenen oder der Hinterbliebenen. Es ist anzunehmen, dass die Familiengräber im alten Friedhof noch weiter in Anspruch genommen wurden. Fremde die in Zellingen starben wurden im Kapellenfriedhof beerdigt. |
| 1717 | Am 14. Januar starb der Jüngling Johann Kilian Banz und stiftete das Kapellenfriedhofskreuz , dass am 27. Juli 1719 zur Aufstellung gelangte. |
| 1717 | Wird unter Fürstbischof Johann Philipp Greiffenklau das Weiße Schloß errichtet. Es war ein schön möbliertes mit herrlichen Gemälden und Kunstwerken ausgestattetes Jagdschloss. Das frühere Hofportal des Schlosses ist noch erhalten; es zeigt im Keilstein das Greiffenklausche Wappen. |
| 1731 | Wurde im Pfarrhof die Scheune an der Stelle, wo ehedem ein Nonnenkloster gestanden haben soll, erbaut. |
| 1733 | Ist im Pfarrhof die Türe durch die damalige Kirchenmauer gebrochen worden. |
| 1733 | Fiel bei Oberleinach ein Wolkenbruch; dadurch schwoll der Leinacher und im unteren Lauf der Zellinger Gespringsbach derartig an, dass er in der Vorstadt 5 Häuser samt ihren Insassen wegspülte und in den Main mit fortführt. 22 Personen fanden in den Wellen den Tod. Die Leichen wurden in Himmelstadt, Karlstadt und Lohr geländet und dort beerdigt. Viele auf dem Felde weidenden Schafe ertranken. Die Zellinger Gassen wurden wie von Flüssen durchlaufen. Im Oberdorf außerhalb des Gemeindeturms auf der Leinacher Straße hat das ungestüm Wasser einen mit 8 Malter Korn beladenen Wagen und 2 angespannte Pferde des Müllers bis an die Mühle mit sich fortgerissen |
| 1742 | Wird in Zellingen eine Kaplanei errichtet |
| 1756 | Wird auf der Bachbrücke zur "Vorstadt" die Statue des Brückenheiligen Johannes von Nepomuk aufgestellt. |
| 1757 | Kamen während des Siebenjährigen Krieges 1756 1763 viele Flüchtlinge durch Zellingen; 3 von ihnen starben auf der Durchreise. |
| 1758 | Ist in Zellingen das fürstbischöfliche Schloss zum Kriegslazarett eingerichtet worden. In dem selben (in der heutigen Pfarrkirche) starben an Typhus in den Monaten Juni Juli August 115 Soldaten und 2 Personen geistlichen Standes, die dort Krankenpflege und geistlichen Beistand geleistet hatten. Die Sterblichkeit der Ortseinwohner war in der selben Zeit keine außergewöhnlich große; nur 20 Zivilisten wurden vom Tod dahingerafft. Darunter 2 Flüchtlinge . Am schlimmsten wütete die Krankheit im Monat Juli : 75 Tote |
| 1764 | Am 1 Januar war der Main durch den beständigen Regen so angeschwollen, dass das Wasser durch die Kirchgasse bis zum jetzigen alten Rathaus und Lammwirtshaus sich erstreckte. An diesem Tage konnten die Pfarrkinder nach gelesener Frühmesse nicht mehr in die Pfarrkirche gehen. Abends 5 Uhr hat das Wasser seinen höchsten Stand erreicht. Großer Schaden wurde verursacht. Der ganze Pfarrgartenzaun wurde weggeschwemmt. |
| 1784 | Am 28 Februar brach das Eis des zugefrorenen Mains durch plötzlich eintretendes Tauwasser plötzlich auf und überschwemmte anderen Tages unser Dorf bis zum Gasthof "Zum Adler". Durch die Kraft des Wassers wurde die Schloßgartenmauer zum Teil eingerissen. Die Eisschollen wurden von der Schlossgasse her mitten durch das Dorf am jetzigen Alten Rathaus und am späteren Gasthaus zum Lamm vorbei durch das 1897 abgebrochene Vorstadttor in den Bach getrieben. Es war an einem Sonntag. Der Pfarrer war durch das Hochwasser im 1. Stock seiner Wohnung eingeschlossen. In Zellingen konnte kein Gottesdienst gehalten werden. Deshalb besuchten viele Leute von hier in Unterleinach die heilige Messe. Von dort holte auch Kaplan Calpach das Allerheiligste, um eine schwerkranke Frau in Zellingen zu versehen. Dank dem heimatkundlichen Verständnis des 50er Gemeinderates wurde die Markierung außergewöhnlichen Hochwasserstandes an einer Hauswand in der Nähe der Mainbrücke gut und übersichtlich erneuert. 1784 betrug der Hochwasserstand 6,8 Meter. |
| 1787 | Wurde das
Weiße Schloß vom Fürstbischof Franz Ludwig von
Erthal in hochherziger weise der Gemeinde zum Geschenk
gemacht und von dieser zur heutigen Pfarrkirche umgebaut.
Dabei wurde das alte (an der Stelle des heutigen
Wohnhauses Schweser) stehende, mit Gräben und
Schlagbrücken versehene "Rote" Wasserschloß
abgetragen und sein Material zum Aufbau von Chor und Turm
der jetzigen Pfarrkirche verwendet. Die Namen des
damaligen Pfarrers und Schultheisen nennt die Tafel an
der Südwand des Kirchturms. |
| 1818/19 | Diente das jetzige alte
Rathaus als Schulgebäude. Nun wurde ein neues
Schulgebäude (1950 diente der östliche Flügel als
Polizeistation) "mit 4 geräumigen hellen Lehrsälen
in den beiden Eckbauten mit einer Wohnung für den 1.
Mädchenlehrer und Kirchner mit 2 Zimmern für 2
Hilfslehrer errichtet, welches sich durch eine freie,
schöne Aussicht und geräuschlose Lage empfiehlt".
In dem alten Schulhaus , dem jetzigen alten Rathaus,
befand sich bis in die neueste Zeit noch die
Dienstwohnung des 1. Knabenlehrers und
Gemeindeschreibers. "Die Zellinger Weinberge sind in gesegneten Weinjahren wahre Weinpfützen. Der Wein ist zwar von keiner vorzüglichen Güte, wird aber durchschnittlich gut angebracht, weil die meisten Weinbauern auch Getreidebauern sind und deshalb das Bedürfnis nicht haben, ihn bald loszuschlagen sondern einen guten Preis abwarten können". |
| 1831 | 20. Juni: Brand in der oberen Langgasse bei Josef Adelmann; noch weitere 6 Scheunen gingen in Flammen auf. |
| 1832 | Im Oktober ziehen bayerische Soldaten mit dem Königssohn Prinz Otto nach Griechenland, darunter auch einige Zellinger Burschen |
| 1833 | Die Ortsstraßen wurden mit Kandeln zum Wasserlauf versehen; die Pfarrkirche wurde restauriert. |
| 1835 | Am 26. November wurden die öffentlichen Pumpbrunnen eingesetzt. |
| 1841 | Werden in Zellingen 2 Schullehrer genannt. |
| 1842 | Erhielt beim landwirtschaftlichen Kreisfest in Würzburg Lehrer Philipp Will von Zellingen wegen erfolgreichen Unterricht und praktischen Betrieb in einer Obstbaum- und Maulbeerstämmchenzucht und der damit zusammenhängenden Seiden-Kokon-Gewinnung die Große silberne Medaille. Seine Baumschule wurde von Lehrer Kirchner weitergeführt und bestand noch zur Zeit der Jahrhundertwende. Ihr Platz war ein Teil des alten Schulgartens (früher Kirchhof) entlang der Mauer des Englertanwesens. |
| 1843 | Mit der ersten Knaben-Schul-Lehrer-Stelle ist der Organistendienst und die Gemeindeschreiberei verbunden. |
| 1845 | Am 25 März sind die Leute zum Retzbacher Markt noch über den zugefrorenen Main gegangen, abends 8 Uhr ist das Eis gebrochen. Am 29. März stieg das Mainwasser bis zum jetzigen alten Rathaus. In diesem Jahre kosteten Reparaturen im damaligen Schulhaus 1344 Gulden. |
| 1847 | Ist neben dem Gemeindeturm die Apotheke errichtet worden. |
| 1852 | Wurde im Herbst in Retzbach der Eisenbahndamm zu bauen begonnen. |
| 1853 | Ist der Kapellenfriedhof
vergrößert werden. Die Gaststätte "Zum Lamm" wurde eröffnet |
| 1854 | Am Rosenkranzfest ist die Eisenbahn zum ersten mal gegangen. |
| 1855 | Wurden die Kreuzwegstationen auf die Steig zu bauen angefangen und die ersten Straßen-Petroleum-Laternen errichtet. |
| 1858 | Sind die
Kreuzwegstationen feierlich eingeweiht worden, dabei
wurden Predigt und Hochamt auf dem Berg gehalten. Im Armenhaus ist das Spital errichtet worden. |
| 1861/62 | Erneuerung der öffentlichen Brunnen |
| 1863 | Am 13. Juli entstand ein großer Ortsbrand, 93 Wohnhäuser, 120 Scheunen, 195 Nebengebäude nebst Vieh und Hausgeräte zum Opfer fielen. Das Feuer ist in den Scheuen von Mich. Endrich und Franz Seuberts Kindern (untere Langgasse) ausgebrochen. Innerhalb 2 Stunden stand alles in Flammen. In einer Scheune war Lohrinde als diese Feuer fing, "flog sie wie feurige Drachen herum und stecke alles in Brand. 14 Tage währte die Glut". |
| 1864 | Wurden die abgebrannten Häuser wieder aufgebaut. Eine Sammlung im Königreich Bayern ergab einen Betrag von 36900 fl. Dazu wurden noch Kleidungsstücke gespendet. |
| 1865 | Wurde das ausgebrannte Rathaus wieder aufgebaut |
| 1866 | Krieg zwischen Bayern und
Preußen. Mitte waren in Zellingen bis 3000 Mann
einquartiert. Der Tod raffte von 5. August bis 15.
September (also in 41 Tagen) 57 Personen hinweg 44
erlagen der Cholera. Viele Zellinger Bauern mussten "auf die Heerreis ziehen", Vorspann leisten. In
Zellingen waren Preußen einquartiert, in Retzbach
Bayern. Die Preußen es waren Rheinländer
fielen angenehm auf durch ihr Höchst anständiges
Benehmen; vor ihrem Einmarsch harrte die Zellinger
Bevölkerung in banger Erwartung der kommenden Dinge. Über das Ende der Cholera berichtet der Vorstand der Einquartierungskommission Georg Wirth in seiner Chronik, dass die Bittprozession der Zellinger Gesamtbevölkerung in die Wallfahrtskirche Retzbach bewirkte, dass "die Krankheit auf die Fürbitte Mariä augenblicklich aufhörte". Aus der Sterbematrikel ist ersichtlich, dass die Todesfälle mit dem 15 September plötzlich aufhörten. |
| 1869 | Wurde für das Ortsoberhaupt der Titel Bürgermeister eingeführt. Vorher hatten man den Titel Ortsvorsteher und noch früher "Schultheis". |
| 1871 | Die Rückkehr der siegreichen Truppen aus dem deutsch-französischen Krieg wurde überall in Stadt und Land festlich gestaltet. 2 Soldaten aus Zellingen sahen leider ihre Heimat nicht wieder; ihre Namen sind im inneren der Pfarrkirche an der Rückwand verewigt. |
| 1876 | Am 19. November war der
Main über die Ufer getreten, und überflutete die halbe
Länge der Kirchgasse. Am 3. November sind im Oberdorf 1 Haus und 3 Scheunen und mehrere Stallungen abgebrannt. |
| 1877 | In der Hinteren Gasse sind 1 Stall und 3 Scheunen abgebrannt. Der Kappellenkirchhof ist zum 2. Mal vergrößert worden. Die Kirche wurde inwendig restauriert; Kosten 6106,29 M. |
| 1882 | Durch den anhaltenden Regen ist in den Monaten November und Dezember der Main derartig über die Ufer gestiegen, dass eines Tages die Kinder überhaupt nicht mehr die Schule verlassen konnten. |
| 1883 | Die Maurerarbeiten für die zu erbauende Mainbrücke wurden um den Betrag von 82000 Mark an Buchner Würzburg übergeben. |
| 1884 | Am 4 August ist der Schlußstein an der
Mainbrücke gelegt worden. Am 9 November ist die Brücke
vom Dorfpfarrer Schork (dem späteren Erzbischof von
Bamberg) feierlich eingeweiht worden, Wobei auch der
Regierungspräsident Exzellenz Graf von Luxburg,
Bezirksamtmann Kalb, Herr Buchner und noch zahlreiche
Gäste von nah und fern zugegen waren, desgleichen
Benkiser von Pforzheim, welcher den Oberbau der Brücke
um 80000 Mark übernommen hatte. Auch die Zellinger
Feuerwehr und sämtliche Vereine nebst der Schuljugend
mit ihren Lehrern hatten sich eingefunden. Die
sämtlichen Kosten beliefen sich auf annähernd
200.000,-- Mark. Um den Brückenbau verdient machten sich Bürgermeister Rhein mit dem Gemeindeausschuß, die Vorstände des Brückenbaukomitees, Ortspfarrer Rügemer, Kunstmühlenbesitzer Franz Brenner, Apotheker Alber von Günther als erfahrenerer Berater und gewandter Vertreter der Gemeinde bei den Regierungsstellen in Würzburg und München, Lehrer Heinrich Dickert, der als Gemeindeschreiber in alleiniger Person die gesamte Schreibarbeit zu bewältigen hatte. Nach Beendigung des Brückenbaus hat Bauunternehmer Buchner zum Dank dafür, daß während der schwierigen und gefährlichen Arbeiten kein einziger Unfall sich ereignete, in der Nische des Retzbacher Felsens eine überlebensgroße Statue des heiligen Benediktus zu dauernden Erinnerung auf seine Kosten errichten lassen. |
| 1888 | Am 26. Juli fiel ein
Wolkenbruch, der viel Heu mit fortführte und die Wiesen
überschwemmte. Der Zellinger Bach reichte bis an die
Langgasse und ist fast durch den Gemeindeturm in das untere Dorf hereingelaufen. Im Juli ist die neue Kapellenorgel angeschafft worden. Dies bisherige stand über der Seitenkapelle auf der Empore, wo die Nische heute noch zu sehen ist. Die Blasebälge befanden sich auf dem Dachboden. Sie wurden nicht getreten, sondern von der Empore aus neben der Orgel wie Glocken mit Strängen gezogen. |
| 1897 | Wurde das Kronenwirtshaus samt dem alten Torbau am Bach zur Vorstadt abgetragen. Es war zum Verkehrshindernis geworden. 2 Lichtbilder, aufgenommen von der Bach- und Dorfseite aus sind im Rathaus noch vorhanden. An dem Platz wo sich einst der ansehnliche Bau erhob steht jetzt das Feuerwehrhaus. Dorfwärts an das Tor sich anschließend die Straße entlang zog sich bis zum "Roßwirtshaus" eine lange Halle hin. Sie diente wahrscheinlich Reisefuhrwerken als Abstellraum. Gerade gegenüber am Eck der Langgasse ist ja heute noch die Schmiede. In früheren Zeiten befand sich hinter dem Eingangstor der Städte und Dörfer stets eine Schmiede zum sofortigen Beschlagen durchpassierender Pferde. |
| 1902 | Verlegung der Ortswasserleitung |
| 1909 | Das neue Schulhaus wird an der Stelle der früheren Pfarrkirche und es alten Kirchhofs, der nach seiner Aufhebung jahrzehntelang als Schulgarten und Obstbaumschule gedient hatte, errichtet. |
| 1914/18 | Im ersten Weltkrieg gaben etwa 70 Jünglinge und Männer ihr Leben für ihre Heimat. Das Kriegerdenkmal vor der Kapelle nennt Ihre Namen. |
| 1921 | Am 21. Februar wird die alte Zellinger Kapellenlinde gefällt. Sie war morsch und brüchig und deshalb lebensgefährlich geworden. Sie stand an dem Platz, wo heute das Kriegerdenkmal für die 1914/18 Gefallenen sich erhebt.. Sie war nicht "tausendjährig" hatte aber immerhin ein Alter von mehreren Hundert Jahren. In der Brusthöhle hatte sie einen Umfang von 7,5 Meter. |
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