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| Antike |
Entnommen aus
dem Buch "Markt Retzbach - Bilder der Vergangenheit"
mit
freundlicher Genehmigung von Frau Sigrid Oestemer.
| Antike | |
| keine
Aufzeichnungen vorhanden |
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| MIttelalter | |
| 815 | 27. März. Bischof Wolfger von Würzburg (810-832) hatte schon bald nach seinen Regierungsantritt sich das in seiner Diözese gelegene Fuldaer Klostergut zehntpflichtig zu machen versucht und dabei den energischen Widerstand des Abtes Ratgar von Fulda gefunden. Schließlich einigten sich sich die steitenden Parteien bei einer Zusammenkunft in Retzbach am 27. März 815 durch einen Kompromiß. Bei diesem wurde dem Fuldaer Kloster das Zehntrecht zugesprochen, u. a. auch im Kloster Holzkirchen einschließlich der gleichnamigen Ortschaft, sowie in den zu ihm gehörenden Dörfern Mühlhausen, Neubrunn, Helmstadt und Malbthrudesheim (Altertheim?) Erste urkundliche Erwähnung Retzbachs. |
| 816 | Zweite Versammlung in Retzbach am Main. Versöhnung der steitenden Parteien durch kaiserliche Legaten am 3. Mai. Kaiser Ludwig bestätigt und besiegelt mit Zustimmung der Fürsten die unter Vermittlung seiner Legaten Meginbold und Turand (nach anderen Quellen die Kammerräte Mainwol und Trauend) auf der zweiten Versammlung zu Retzbach wiederholte und erweiterte Vereinbarung. |
| 876 | wurde Cellingen, Retzibach, Tettelbach, Huntsfeld durch Pipin und Karlomanno dem Kloster Fulda übergeben. Abschrift der Urkunde auf Papier aus dem 15 Jahrhundert. Dazu ein Forschungsergebnis "Schannat hat eine Urkunde des Codex Eberhardi für Echt gehalten, in der Ludwig der Deutsche dem Abte Sigehard von Fulda (868-891) den angeblich einst von seinen Vorfahren Pippin und Karlmann dem Fuldaer Kloster geschenkten Besitz der Ortschaften Zellingen, Retzbach, Dettelbach und Hundsfeld bestätigt." |
| 948 | vertauschte Otto der Große das königliche Gut in Retzbach an das Kloster Hersfeld. |
| 1185 | "Ein
wunderliches Jahr" Ein sehr gelinder Winter, und im
Januar des folgenden Jahres 1186 fingen die Bäume zu
blühen an. Die Hühner und Waldvögel legten Eier und
brüteten Sie im Februar aus. Im Mai schnitt man das
Getreide und Anfang August wurden die Trauben in den
Weinbergen reif, so dass man die Weinlese begann. Es ist
sehr viel und guter Most gewachsen Aber im nachfolgenden ereignete sich ganz das Gegenteil. Es herrschte so große Kälte, dass an Pfingsten mitten im Mai ein großer Schnee fiel und alle Früchte erfroren. |
| 1202 | ist nach der geschichtlichen Sage das Ursprungsjahr der Wallfahrt. |
| 1219 | erfroren bei der grimmigen Winterkälte um Würzburg und in ganz Franken alle Weinstöcke und verwelkten im darauffolgenden Sommer gänzlich, so dass sie ausgehauen werden mussten. Dadurch entstand eine sehr große Teuerung des Weines. Da Retzbach um diese Zeit schon Weinberge besaß, kann man sich vorstellen, wie schwer es getroffen wurde. |
| 1275 | begann in den ersten Tagen des Mai ein Heftiger Regen, welcher den ganzen Sommer über bis zum Herbste währte. Dadurch wuchs das Wasser zu einer seit Menschengedenken noch nicht erlebten Höhe. Alle Feldfrüchte verfaulten und verdarben. Der Wein jenes Jahres war der Säure wegen nicht trinkbar. Im Herbste brachen große Teuerung und Pest aus., welche Menschen und Vieh in zahlloser Menge hinwegrafften. |
| 1312 | brachte
ungewöhnlich viel Regen und Ungewitter. Allenthalben
traten Ströme und Bäche aus ihren Betten und
überschwemmten die Fluren. Die folgen dieses Missjahres waren eine große Teuerung und die furchtbarste Pest
welche seit langer Zeit gewütet. Die Teuerung des folgenden Jahres wurde noch größer und die von der Pest verschonten wurden nun vom Hunger aufgerieben. Diese Jammerzeit währte noch lange. Aus Sizilien bezog man Getreide, eine vordem noch nie gehörte Erscheinung. |
| 1317 | wird die Zehnt Retzbach urkundlich erwähnt, als sie Graf Ludwig d. J. von Rieneck von Bischof Gottfried III. zum Lehen erhält. |
| 1332 | wuchs außerordentlich viel Wein, so dass man nicht genug Fässer auftreiben konnte, um ihn unterzubringen. |
| 1336 | am 7. Juni wurde die Pfarrei Retzbach durch Bischof Otto II. in eine Propstei umgewandelt und diese der Benediktinerabtei Neustadt am Main unterstellt. |
| 1386 | war der Herbst ausnehmend ergiebig. Man hatte nicht genug Fässer für den vielen Most. Im Sommer hatte ein Fuder Wein noch 18 bis 20 Gulden gekostet. Nach der Weinlese aber nur noch 1 Gulden. |
| 1400 | um dieses Jahr an der Wallfahrtskirche Gründung der Bruderschaft Maria Retzbach im grünen Thale unter dem Titel "Mariae Geburt". |
| 1415 | Bischof Johann II. (von Brun) zu Würzburg beschuldigte vor einer Versammlung von Grafen, Herren, Rittern und Knechten in Würzburg die Thüngens in gröblichster Weise... Eingeleitete Versöhnungsverhandlungen zerschlugen sich und Dietz der Alte sagte in der Folge im Jahre 1415 die Fehde an. Er fiel in Retzbach ein, plünderte es und führte einige Bauern gefangen hinweg. Hierbei hatte ihn Burggraf Johann von Nürnberg, der ebenfalls mit Würzburg in der Fehde lag, geholfen. Bischof Adolf von Mainz mischte sich in den Handel ein und brachte es dahin, dass ihn als Schiedsrichter die Sache überlassen wurde. Dietz der Alte hatte erst bedingungslos eingewilligt, dann aber einen Schiedsrichter nicht geistlichen Standes - Burggraf Friedrich von Nürnberg - verlangt und war mit seinem Verlangen durchgedrungen. Der Spruch von beiden, |
| 1416 | am 24. Juni in Kitzingen gefällt, verurteilte Dietz zur Herausgabe der abgenommenen Habe, Freigabe der Gefangenen gegen eine gewöhnliche Urfehde und Bezahlung eines Schadensersatzes von 200 Gulden an die Retzbacher innerhalb Monatsfrist. "Dafür hat sein Sohn Dietz der Jüngere und Fritz von Thüngen Bürge sein sollten." Dietz der Alte entsagte dann seiner Fehde förmlich am 8. Juli (Kiliani) 1416. |
| 1426 | geriet der Wein so gut, dass der Eimer um einen böhmischen Groschen verkauft wurde. Aus Mangel an Fässern wurde der alte Wein verschenkt oder ausgeschüttet. In kalten Lagen wurden die Weinstöcke gar nicht abgelesen. Die Fässer standen in weit Höherem Wert als der Wein selbst. |
| 1448 | war der Sommer so heiß und trocken, dass hin und wieder die Quellen versiegten. Dagegen wuchs Wein von solcher Güte und Stärke, weil man viele Jahre vorher und später keinen trinken mochte. |
| 1459 | Achtbrief des Kaisers Friedrich III. gegen die ungehorsamen Thüngersheimer und Retzbacher Einwohner wegen der dem Jakob Haller von Nürnberg verweigerten Zahlung von 1176 Gulden. |
| 1469 | Extemporal-Achtbrief Kaiser Friedrichs III. gegen die ungehorsamen Thüngersheimer und Retzbacher Einwohner wegen nicht bezahlter Schuld an den Jakob Haller von Nürnberg. Es ist nicht berichtet, ob Haller tatsächlich zu seinem Gelde kam. |
| 1488 | wurden die
Privilegien der schon 1484 an der Pfarrkirche zu Retzbach
bestehenden Nikolausvikarie festgelegt. |
| Neuzeit | |
| 1580 | bestand hier schon eine Schule |
| 1586 | am 22. Mai erhielt die Gemeinde ihr Wappen zum Gemeindesiegel von Fürstbischof Julius Echter verliehen. Der Rathausneubau an der heutigen Unteren Hauptstraße/Ecke Bahnhofstraße wurde vollendet. |
| 1601 | ist die Erbauung des Lagerhauses der Wallfahrtskirche zu setzen. |
| 1619 | am 21.
September fuhr Kaiser Ferdinand II., der in Frankfurt
gekrönt worden wahr, mit seiner Jacht aufwärts bis
Zellingen. Von Dompropst Conrad Friedrich von Thüngen
wurde er empfangen und im Namen des Bischof Johann
Gottfried im fürstbischöflichen Jagdschloss bewirtschaftet. Die Reise nach Würzburg wurde dann auf der Landstraße rechts des Maines fortgesetzt. Der Bischof war dem Kaiser in Begleitung der ganzen Würzburger und Bamberger Ritterschaft, der sämtlichen Domherren und der Johanniter Ordensleute nachmittags 1 Uhr bis unterhalb Thüngersheim entgegenritten. Das ganze war ein Zug von mehr als 800 Pferden und mehreren (leeren) Hofwagen. Das Einholen des Kaisers geschah somit zwischen Thüngersheim und Retzbach, ein unvergessliches Erlebnis für alle Bewohner der ganzen Umgegend. |
| 1633 | am 30. März wurde Abt Georg Ehalt vom Benediktinerkloster Neustadt am Main der hier von 1597 bis 1619 Probst war, auf der Flucht vor den Schweden von diesen in Zellingen erschlagen. |
| 1634 | wurde Retzbach von einer Reiterschar geplündert. |
| 1646 | -1648 waren die schlimmsten Jahre für das Dorf und seine Bevölkerung im Dreißigjährigen Krieg. |
| 1682 | 1740 und 1744 waren riesige Hochwasser. |
| 1697 | am 15. Juli bildeten die Häcker des Dorfes eine Bruderschaft unter dem Namen Urbanusbruderschaft , von der die Urbanusprozession stammt. |
| 1720 | wurde der jetzige Pfarrhof erbaut. |
| 1736 | -1738 erstand die Pfarrkirche nach dem Plan des Barockbaumeisters Balthasar Neumann. |
| 1784 | kam am 1.
März ein solches Hochwasser, dass die Erinnerung bis
heute nicht erloschen ist. Das Wasser strömte die halbe
Maingasse hinauf bis zum Haus der ehemaligen Bäckerei
Pfister. Es erreichte eine Höhe von 6 1/2 Metern und kam
mit solcher Gewalt, dass es alles mit sich riss, was es
am Ufer erfassen konnte. Treibholz und Wellen rissen auch
das am Main stehende Häuschen der Eltern des Pfarrers
Franz Kraus von Pflochsbach (1780 - 1847) um, wobei die
Eltern, der Chirurg Friedrich Kraus, und Barbara,
geborene Englert, den Tod fanden. Nach der Überlieferung blieb ein Häuschen, das vom Mainufer abgeschwemmt wurde, am Krautgarten stehen. Sogar das Spinnrad fand sich darin vor. |
| 1799 | Anlegung der Benediktushöhe durch den Benediktinerpater Benedikt Arnold. |
| 1803 | Aufhebung der Benediktinerabtei Neustadt am Main durch die Säkularisation und damit Ende der hiesigen Propstei. Retzbach wurde eine königliche Pfarrei. |
| 1824 | wurde die Schule gebaut, die für die damalige Zeit ein stattlicher Bau. |
| 1837 | gab Kaplan G. Höfling die Beschreibung des Marktfleckens Retzbach und der Wallfahrt "Maria im Grünenthale" heraus, ein Werk mit genauer urkundlicher Grundlage. |
| 1845 | am 8. Juni fuhr König Ludwig I. von Bayern zum erstenmal auf dem Dampfschiff mainabwärts und wurde von der ganzen Bevölkerung festlich begrüßt. Dieses Geschehen schildert die Schülerin Anna Theresia Heßdörfer 1845 in ihrem Schulheft: "Auf dem Kirchturm hing eine 18 Ellen lange Fahne. Kleine Boote, geschmückt mit Fichten und bayerischen Fahnen, und Kindern in weißen Fahnen fuhren auf dem Main herum. Die gesamte Bevölkerung war an der Mainmauer versammelt. (die also schon damals vor der Errichtung der Eisenbahn bestand): Schüler, die Musik mit den Zunftmitgliedern, die Gemeindeverwaltung, Pfarrer, Kaplan und alle sonstigen Erwachsenen. Seine Majestät die um 2 Uhr kam, wurde mit Böllerschüssen, Musik und Hochrufen begrüßt; die Glocken läuteten zusammen und das Lied "Heil unserem König erscholl". Anschaulich schilderte das Mädchen auch das Hochwasser vom 1. Juni 1845. |
| 1854 | am Rosenkranzfest Einweihung und feierliche Eröffnung der Ludwig Westbahn. |
| 1866 | Ortsvorsteher Heßdörfer als Geisel auf dem Main unglücklicherweise erschossen. Cholera ausgebrochen. |
| 1871 | Gründung des Turnvereins |
| 1875 | Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Retzbach |
| 1883 | - 1884 wurde die Zellinger Mainbrücke gebaut. Durch den Abbruch mehrerer Häuser in der Maingassenfront entstand die heutige Brückenstraße. Der Betrieb der Querfähre wurde eingestellt. |
| 1893 | Gründung des Vereins für Obst- und Gartenbau |
| 1898 | Gründung der Getreideverkaufsgenossenschaft |
| 1899 | Darlehnskasse, Weinbau- und Getreideverkaufsgenossenschaft treten der Zentralverkaufsgenossenschaft bei. |
| 1909 | großes Hochwasser. Mit Booten konnten man in den Hof des Löwenwirts fahren. |
| 1911 | Bau der Wasserleitung. Allmählich verschwanden die Ortsbrunnen. |
| 1912 | Auflösung der Weinbau- und Getreideverkaufsgenossenschaft. |
| 1913 | Gründung und Eintragung des Schwesternhaus- und Krankenpflegevereins ins Vereinsregister mit gleichzeitigen Beitritt zum Johannisverein. |
| 1914 | -1918 fordert der 1. Weltkrieg 41 Opfer von der Gemeinde. |
| 1920 | wurde die dritte Schulstelle errichtet, Gründungsjahr der Frankonia und des Männergesangsvereins. |
| 1921 | am 14 August wurde die Versorgung mit elektrischen Strom in Betrieb genommen. |
| 1927 | im März gründet sich der Fußballclub Retzbach. |
| 1929 | der Radfahrverein "Wanderer" gründet sich. |
| 1932 | große Arbeitslosigkeit. |
| 1933 | Gleichschaltung aller Vereine, des Gemeinderates, Bildung von Nationalsozialistischen Organisationen wie Volkswohlfahrt, Winterhilfswerk, Arbeitsfront, Reichsnährstand, Hitlerjugend und Jungvolk, Frauenschaft, Aufstellung von Funktionären oder politischen Leitern, Förderung der Familiengründung durch Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen. Retzbach gehörte als Zelle zur Ortsgruppe Zellingen. |
| 1936 | Beseitigung der Arbeitslosigkeit, Entschuldung verschiedener landwirtschaftlicher Anwesen. Beginn des Mainausbaus und Errichtung der Staustufe Himmelstadt. Die Gemeinde Retzbach trat 7 ha Weisen ab und verlor ihr Weidengelände. |
| 1939 | Mainaufstauung durch die Schleusen Erlabrunn und Himmelstadt. |
| 1939 | -1945 fordert der 2. Weltkrieg 51 Todesopfer und 37 an Vermißten aus der Gemeinde, 17 Opfer aus dem Kreis der Heimatvertriebenen und Evakuierten. |
| 1945 | lag Retzbach
von 1. bis 8. April im Kampfgebiet der Schutzstaffel (SS)
auf den Retzbacher und der Amerikaner auf den Zellinger
Höhen. Dabei kamen 3 Zivilpersonen und ein
französischer Kriegsgefangener ums Leben, zahlreiche
Häuser Retzbachs gingen in Flammen auf. Beim Einrücken der Amerikaner wurden alle NS-Verbände aufgelöst, auch deren Gemeinderat. Vinzenz Gehrig wurden von den Amerikanern mit der Führung der Gemeinde beauftragt. Sämtliche Beamte, soweit sie Mitglieder der NSDAP waren, wurden entlassen. Dass sie nicht wie in den meisten Orten von den Amerikanern interniert wurden, ist allein Vinzenz Gehrig zu verdanken, der sich mit Energie dagegen wehrte. Ein amerikanischer Panzer beschädigte das Sandtor so stark, dass man es abriss. Damit verschwand das letzte Retzbacher Tor. |
| 1947 | kam große Erbitterung ins Dorf durch die sogenannte Entnazifizierung. |
| 1948 | wurden die
4. und 5. Schulstelle errichtet. Verlust großer Vermögen durch die Währungsreform. Zehntausende Mark die durch den Schwarzhandel mit Vieh, Wein, Lebensmitteln aller Art, zusammengebracht waren, verloren 21. Juni völlig ihren Wert, da sie dem Finanzamt weder gemeldet noch versteuert worden waren. Um sich vor Strafen wegen Steuerhinterziehung zu sichern, verbrannten viele Besitzer ihr Geld. Am Währungstag hatten alle Personen gleichviel Geld, ob groß oder klein, arm oder reich, jeder 60,-- DM. Waren vor der Reform die Läden leer, so gab es am nächsten Tag alles zu kaufen, und das neue Geld wechselte schnell die Besitzer. Die gehorteten Waren erbrachten Währungsgewinne. Die Altsparer aber verarmten völlig. Gründungsjahr des Kolpingvereins und des TSV 1871 aus dem TV 1871 und dem FC 1927. |
| 1950 | am 6. August läuten zum ersten mal die neuen Glocken. |
| 1952 | Erweiterung der Wasserleitung, Anlage des Hochbehälters auf dem Hauenberg. |
| 1953 | trockener Sommer und Herbst. Wein von einer hervorragenden Güte. |
| 1954 | Kanalisierung
von Mainstraße und Sandhof. Pflasterung und
Gasversorgung der kanalisierten Ortsteile. Die
Elektrifizierung der Eisenbahn begann genau 1000 Jahre
nach ihrer Eröffnung. Am 26 September sah Retzbach während der Manöver der amerikanischen Truppen die ersten 2 Atomkanonen. in dem nassen Jahr konnte die Ernte nur mit Mühe geborgen werden und die Früchte alle neigen sehr zur Fäulnis. Der Wein ist sauer. Ende September wurde die Kugel am Kirchturmkreuz geöffnet, da sie 1945 von Granatsplittern durchsiebt und die Einlagen beschädigt waren. Zu den alten Urkunden in der verlöteten Blechhülse, die von 1846 und 1936 stammten, wurde eine neue gelegt mit der Schilderung der jetzigen Verhältnisse. Zusammen gestellt von Valentin Rosel. Am 11. November wurde die Kugel verschlossen und wieder auf den Turm gebracht. Am 14. November wurde die Kriegsgedächtnisstätte ihrer Bestimmung übergeben. |
| 1955 | Baujahr Schulhausbau. Erstellung vieler Privathäuser. Neuer Ortsbebauungsplan. 1 qm Baugelände ca. 4,-- DM. Veröffentlichung der Ortschronik von Valentin Rosel, einer Fleißarbeit die auf wissenschaftlicher Quellenforschung basiert und in allen echten Retzbacher Haushalten vorzufinden ist. Die Kurzchronik bis hierher ist größtenteils aus ihr entnommen. |
| 1956 | Gründung des Spielmannszuges als Abteilung des TSV. |
| 1959 | Gründungsjahr des Kleintierzuchtvereins. |
| 1962 | im März Gründung des Fischervereines. |
| 1963 | Außenrenovierung der Pfarrkirche. |
| 1964 | im April Baubeginn der Kar7 nach Retzstadt. |
| 1965 | Beginn der Weinbergsbereinigung Berg. |
| 1966 | Verabschiedung des Ehrenbürgers und Ortspfarrers H. H: Hermann Klug; sein Nachfolger wird H. H: Pfarrer Ludwig Seitzer. |
| 1967 | Einsturz des Langhauses der Wallfahrtskapelle, Beginn des Wiederaufbaus und Erweiterung des Langhauses. |
| 1968 | Einweihung der Zentralschule (Laurentiusschule), heute wird sie als Grundschule genutzt. |
| 1969 | am 1. Juli Auflösung der katholischen Bekenntnisschule und Errichtung der Volksschule (Verbandsschule) Retzbach-Zellingen sowie Gründung des Schulverbandes. |
| 1970 | Bau des Feuerwehrgerätehauses am Grubenweg. Baubeginn der 3 kleinen Fischteiche an der Retz. |
| 1971 | im Januar Schließung des Gasthauses "Zum Ochsen"; Beginn der Weinbergsbereinigung "Dietal". |
| 1973 | im Frühjahr Schließung des Gasthauses "Zur Sonne". |
| 1974 | am 16. Juni 1974 wird Pfarrer Gerold Postler Nachfolger des im gleichen Jahr verstorbenen Pfarrers Ludwig Seitzer; am 22. Dezember Gründung des RCC; Faschingsumzüge gab es aber schon vereinzelt vor dem 2. Weltkrieg. |
| 1975 | Renovierung
des Daches der Pfarrkirche mit Ausbesserungsarbeiten am
Gebälk, das beim Beschuß 1945 beschädigt wurde. Am 1. Januar Eingemeindung und Bildung des Marktes Zellingen, das Retzbacher Rathaus verlor seine Zweckbestimmung. Am 11. Oktober wurde die neue Hauptschule des Schulverbandes Retzbach-Zellingen offiziell eingeweiht. |
| 1976 | Renovierung des Turmes der Pfarrkirche durch die Gemeinde, die hierfür die Baulast anerkannt hatte. Am 22. September Anschluß an die Fernwasserversorgung. |
| 1977 | Weinbergsbereinigung "Klessberg"; Fertigstellung des großen Fischteiches an der Retz durch den Fischerverein und Erstellung der Außenanlagen; Entfernung der Pflastersteine auf der Ortsdurchfahrt der B27 und Teerung der Straße; am 14. Juli wird die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes "Zellinger Becken" fertiggestellt. |
| 1978 | Weinbergsbereinigung "Rieder"; am 10 April Gründung der "Blasmusikfreunde Retzbach Zellingen"; am 1. Mai wird Duttenbrunn eingemeindet und in die Verwaltungsgemeinschaft Zellingen mit den Mitgliedsgemeinden, Himmelstadt, Markt Thüngen, und Retzstadt wird gegründet; am 9. September Abschluß einer erneuten Renovierung der Pfarrkirche durch die Altarweihe; Fertigstellung der Retzbegradigung. |
| 1979 | wird der
neugebaute Kindergarten mit 3 Gruppen eingeweiht; die
Arbeitnehmerbildungsstätte auf dem ehemaligen Gelände
des Hotels und Tanzlokals "Benediktushöhe"
wird errichtet. Stellung eines 1. Antrag auf Aufnahme in
das Dorferneuerungsprogramm. Am 1. April Gründung des Winzer- und Weinbauvereins; im Oktober wird der Spielmannszug ein eigenständiger Verein. |
| 1981 | lässt sich am 4. Mai der praktische Arzt Herbert Schär nieder. |
| 1984 | eröffnet der Zahnarzt Dr. Wolfgang Henke im Januar seine Praxis. |
| 1985 | am 30 Juni
hat Retzbach 2078 Einwohner; Im Sommer findet das Brückenfest zum 100-jährigen Bestehen der Brücke statt. Am 5. November wird die Planfeststellung für die Ortsumgehung der B27 eingeleitet. |
| 1986 | im Januar
ist seit vielen Jahren der Main wieder einmal zugefroren,
es herrschen Temperaturen um 25 Grad unter Null. Die
Anwohner gehen auf dem Main spazieren, obwohl es verboten
ist, und die Jugend fährt mit Mopeds und Fahrrädern auf
dem Eis herum. Am 15. Juni fährt seit Jahrzehnten wieder einmal ein Floß mainabwärts. Die Bevölkerung nimmt großen Anteil an dem Schauspiel, doch die gute alte Flößerstimmung kommt nicht so recht auf: die geringe Strömung des Mains, bedingt durch die Stauhaltungen, hätte das Floß nicht schnell genug vorangebracht, so wird es durch ein schweres Schleppschiff vorbeigeschoben. Das ehemalige Gelände des Bims- und Betonsteinwerkes soll in einen Festplatz umgestaltet werden, im Herbst werden die ersten Bäume gepflanzt. Am 1. Dezember wird das Abschlussverfahren der letzten Flurbereinigung beendet. |
| 1987 | im Juni Einweihung des Vereinsheimes des TSV; am 28. August wird der Planfeststellungsbeschluss für den Mainausbau gefasst. |
| 1990 | Baubeginn Umgehungsstraße B 27 |
| 1996 | Einweihung Umgehungsstraße B27 |
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