Chronik von Retzbach

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MIttelalter

Neuzeit



Entnommen aus dem Buch "Markt Retzbach - Bilder der Vergangenheit" mit 
freundlicher Genehmigung von Frau Sigrid Oestemer.



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keine Aufzeichnungen vorhanden





MIttelalter
815 27. März. Bischof Wolfger von Würzburg (810-832) hatte schon bald nach seinen Regierungsantritt sich das in seiner Diözese gelegene Fuldaer Klostergut zehntpflichtig zu machen versucht und dabei den energischen Widerstand des Abtes Ratgar von Fulda gefunden. Schließlich einigten sich sich die steitenden Parteien bei einer Zusammenkunft in Retzbach am 27. März 815 durch einen Kompromiß. Bei diesem wurde dem Fuldaer Kloster das Zehntrecht zugesprochen, u. a. auch im Kloster Holzkirchen einschließlich der gleichnamigen Ortschaft, sowie in den zu ihm gehörenden Dörfern Mühlhausen, Neubrunn, Helmstadt und Malbthrudesheim (Altertheim?) Erste urkundliche Erwähnung Retzbachs.
816 Zweite Versammlung in Retzbach am Main. Versöhnung der steitenden Parteien durch kaiserliche Legaten am 3. Mai. Kaiser Ludwig bestätigt und besiegelt mit Zustimmung der Fürsten die unter Vermittlung seiner Legaten Meginbold und Turand (nach anderen Quellen die Kammerräte Mainwol und Trauend) auf der zweiten Versammlung zu Retzbach wiederholte und erweiterte Vereinbarung.
876 wurde Cellingen, Retzibach, Tettelbach, Huntsfeld durch Pipin und Karlomanno dem Kloster Fulda übergeben. Abschrift der Urkunde auf Papier aus dem 15 Jahrhundert. Dazu ein Forschungsergebnis "Schannat hat eine Urkunde des Codex Eberhardi für Echt gehalten, in der Ludwig der Deutsche dem Abte Sigehard von Fulda (868-891) den angeblich einst von seinen Vorfahren Pippin und Karlmann dem Fuldaer Kloster geschenkten Besitz der Ortschaften Zellingen, Retzbach, Dettelbach und Hundsfeld bestätigt."
948 vertauschte Otto der Große das königliche Gut in Retzbach an das Kloster Hersfeld.
1185 "Ein wunderliches Jahr" Ein sehr gelinder Winter, und im Januar des folgenden Jahres 1186 fingen die Bäume zu blühen an. Die Hühner und Waldvögel legten Eier und brüteten Sie im Februar aus. Im Mai schnitt man das Getreide und Anfang August wurden die Trauben in den Weinbergen reif, so dass man die Weinlese begann. Es ist sehr viel und guter Most gewachsen
Aber im nachfolgenden ereignete sich ganz das Gegenteil. Es herrschte so große Kälte, dass an Pfingsten mitten im Mai ein großer Schnee fiel und alle Früchte erfroren.
1202 ist nach der geschichtlichen Sage das Ursprungsjahr der Wallfahrt.
1219 erfroren bei der grimmigen Winterkälte um Würzburg und in ganz Franken alle Weinstöcke und verwelkten im darauffolgenden Sommer gänzlich, so dass sie ausgehauen werden mussten. Dadurch entstand eine sehr große Teuerung des Weines. Da Retzbach um diese Zeit schon Weinberge besaß, kann man sich vorstellen, wie schwer es getroffen wurde.
1275 begann in den ersten Tagen des Mai ein Heftiger Regen, welcher den ganzen Sommer über bis zum Herbste währte. Dadurch wuchs das Wasser zu einer seit Menschengedenken noch nicht erlebten Höhe. Alle Feldfrüchte verfaulten und verdarben. Der Wein jenes Jahres war der Säure wegen nicht trinkbar. Im Herbste brachen große Teuerung und Pest aus., welche Menschen und Vieh in zahlloser Menge hinwegrafften.
1312 brachte ungewöhnlich viel Regen und Ungewitter. Allenthalben traten Ströme und Bäche aus ihren Betten und überschwemmten die Fluren. Die folgen dieses Missjahres waren eine große Teuerung und die furchtbarste Pest welche seit langer Zeit gewütet.
Die Teuerung des folgenden Jahres wurde noch größer und die von der Pest verschonten wurden nun vom Hunger aufgerieben. Diese Jammerzeit währte noch lange. Aus Sizilien bezog man Getreide, eine vordem noch nie gehörte Erscheinung.
1317 wird die Zehnt Retzbach urkundlich erwähnt, als sie Graf Ludwig d. J. von Rieneck von Bischof Gottfried III. zum Lehen erhält.
1332 wuchs außerordentlich viel Wein, so dass man nicht genug Fässer auftreiben konnte, um ihn unterzubringen.
1336 am 7. Juni wurde die Pfarrei Retzbach durch Bischof Otto II. in eine Propstei umgewandelt und diese der Benediktinerabtei Neustadt am Main unterstellt.
1386 war der Herbst ausnehmend ergiebig. Man hatte nicht genug Fässer für den vielen Most. Im Sommer hatte ein Fuder Wein noch 18 bis 20 Gulden gekostet. Nach der Weinlese aber nur noch 1 Gulden.
1400 um dieses Jahr an der Wallfahrtskirche Gründung der Bruderschaft Maria Retzbach im grünen Thale unter dem Titel "Mariae Geburt".
1415 Bischof Johann II. (von Brun) zu Würzburg beschuldigte vor einer Versammlung von Grafen, Herren, Rittern und Knechten in Würzburg die Thüngens in gröblichster Weise... Eingeleitete Versöhnungsverhandlungen zerschlugen sich und Dietz der Alte sagte in der Folge im Jahre 1415 die Fehde an. Er fiel in Retzbach ein, plünderte es und führte einige Bauern gefangen hinweg. Hierbei hatte ihn Burggraf Johann von Nürnberg, der ebenfalls mit Würzburg in der Fehde lag, geholfen. Bischof Adolf von Mainz mischte sich in den Handel ein und brachte es dahin, dass ihn als Schiedsrichter die Sache überlassen wurde. Dietz der Alte hatte erst bedingungslos eingewilligt, dann aber einen Schiedsrichter nicht geistlichen Standes - Burggraf Friedrich von Nürnberg - verlangt und war mit seinem Verlangen durchgedrungen. Der Spruch von beiden,
1416 am 24. Juni in Kitzingen gefällt, verurteilte Dietz zur Herausgabe der abgenommenen Habe, Freigabe der Gefangenen gegen eine gewöhnliche Urfehde und Bezahlung eines Schadensersatzes von 200 Gulden an die Retzbacher innerhalb Monatsfrist. "Dafür hat sein Sohn Dietz der Jüngere und Fritz von Thüngen Bürge sein sollten." Dietz der Alte entsagte dann seiner Fehde förmlich am 8. Juli (Kiliani) 1416.
1426 geriet der Wein so gut, dass der Eimer um einen böhmischen Groschen verkauft wurde. Aus Mangel an Fässern wurde der alte Wein verschenkt oder ausgeschüttet. In kalten Lagen wurden die Weinstöcke gar nicht abgelesen. Die Fässer standen in weit Höherem Wert als der Wein selbst.
1448 war der Sommer so heiß und trocken, dass hin und wieder die Quellen versiegten. Dagegen wuchs Wein von solcher Güte und Stärke, weil man viele Jahre vorher und später keinen trinken mochte.
1459 Achtbrief des Kaisers Friedrich III. gegen die ungehorsamen Thüngersheimer und Retzbacher Einwohner wegen der dem Jakob Haller von Nürnberg verweigerten Zahlung von 1176 Gulden.
1469 Extemporal-Achtbrief Kaiser Friedrichs III. gegen die ungehorsamen Thüngersheimer und Retzbacher Einwohner wegen nicht bezahlter Schuld an den Jakob Haller von Nürnberg. Es ist nicht berichtet, ob Haller tatsächlich zu seinem Gelde kam.
1488 wurden die Privilegien der schon 1484 an der Pfarrkirche zu Retzbach bestehenden Nikolausvikarie festgelegt.
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Neuzeit
1580 bestand hier schon eine Schule
1586 historisches Rathausam 22. Mai

erhielt die Gemeinde ihr Wappen zum Gemeindesiegel von Fürstbischof Julius Echter verliehen.

Der Rathausneubau an der heutigen Unteren Hauptstraße/Ecke Bahnhofstraße wurde vollendet.

so sieht es heute aus...

1601 ist die Erbauung des Lagerhauses der Wallfahrtskirche zu setzen.
1619 am 21. September fuhr Kaiser Ferdinand II., der in Frankfurt gekrönt worden wahr, mit seiner Jacht aufwärts bis Zellingen. Von Dompropst Conrad Friedrich von Thüngen wurde er empfangen und im Namen des Bischof Johann Gottfried im fürstbischöflichen Jagdschloss bewirtschaftet.

Die Reise nach Würzburg wurde dann auf der Landstraße rechts des Maines fortgesetzt. Der Bischof war dem Kaiser in Begleitung der ganzen Würzburger und Bamberger Ritterschaft, der sämtlichen Domherren und der Johanniter Ordensleute nachmittags 1 Uhr bis unterhalb Thüngersheim entgegenritten. Das ganze war ein Zug von mehr als 800 Pferden und mehreren (leeren) Hofwagen. Das Einholen des Kaisers geschah somit zwischen Thüngersheim und Retzbach, ein unvergessliches Erlebnis für alle Bewohner der ganzen Umgegend.
1633 am 30. März wurde Abt Georg Ehalt vom Benediktinerkloster Neustadt am Main der hier von 1597 bis 1619 Probst war, auf der Flucht vor den Schweden von diesen in Zellingen erschlagen.
1634 wurde Retzbach von einer Reiterschar geplündert.
1646 -1648 waren die schlimmsten Jahre für das Dorf und seine Bevölkerung im Dreißigjährigen Krieg.
1682 1740 und 1744 waren riesige Hochwasser.
1697 am 15. Juli bildeten die Häcker des Dorfes eine Bruderschaft unter dem Namen Urbanusbruderschaft , von der die Urbanusprozession stammt.
1720 wurde der jetzige Pfarrhof erbaut.
1736 -1738 erstand die Pfarrkirche nach dem Plan des Barockbaumeisters Balthasar Neumann.
1784 kam am 1. März ein solches Hochwasser, dass die Erinnerung bis heute nicht erloschen ist. Das Wasser strömte die halbe Maingasse hinauf bis zum Haus der ehemaligen Bäckerei Pfister. Es erreichte eine Höhe von 6 1/2 Metern und kam mit solcher Gewalt, dass es alles mit sich riss, was es am Ufer erfassen konnte. Treibholz und Wellen rissen auch das am Main stehende Häuschen der Eltern des Pfarrers Franz Kraus von Pflochsbach (1780 - 1847) um, wobei die Eltern, der Chirurg Friedrich Kraus, und Barbara, geborene Englert, den Tod fanden.

Nach der Überlieferung blieb ein Häuschen, das vom Mainufer abgeschwemmt wurde, am Krautgarten stehen. Sogar das Spinnrad fand sich darin vor.
1799 Anlegung der Benediktushöhe durch den Benediktinerpater Benedikt Arnold.
1803 Aufhebung der Benediktinerabtei Neustadt am Main durch die Säkularisation und damit Ende der hiesigen Propstei. Retzbach wurde eine königliche Pfarrei.
1824 wurde die Schule gebaut, die für die damalige Zeit ein stattlicher Bau.
1837 gab Kaplan G. Höfling die Beschreibung des Marktfleckens Retzbach und der Wallfahrt "Maria im Grünenthale" heraus, ein Werk mit genauer urkundlicher Grundlage.
1845 am 8. Juni fuhr König Ludwig I. von Bayern zum erstenmal auf dem Dampfschiff mainabwärts und wurde von der ganzen Bevölkerung festlich begrüßt. Dieses Geschehen schildert die Schülerin Anna Theresia Heßdörfer 1845 in ihrem Schulheft: "Auf dem Kirchturm hing eine 18 Ellen lange Fahne. Kleine Boote, geschmückt mit Fichten und bayerischen Fahnen, und Kindern in weißen Fahnen fuhren auf dem Main herum. Die gesamte Bevölkerung war an der Mainmauer versammelt. (die also schon damals vor der Errichtung der Eisenbahn bestand): Schüler, die Musik mit den Zunftmitgliedern, die Gemeindeverwaltung, Pfarrer, Kaplan und alle sonstigen Erwachsenen. Seine Majestät die um 2 Uhr kam, wurde mit Böllerschüssen, Musik und Hochrufen begrüßt; die Glocken läuteten zusammen und das Lied "Heil unserem König erscholl". Anschaulich schilderte das Mädchen auch das Hochwasser vom 1. Juni 1845.
1854 am Rosenkranzfest Einweihung und feierliche Eröffnung der Ludwig Westbahn.
1866 Ortsvorsteher Heßdörfer als Geisel auf dem Main unglücklicherweise erschossen. Cholera ausgebrochen.
1871 Gründung des Turnvereins
1875 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Retzbach
1883 - 1884
wurde die Zellinger Mainbrücke gebaut.

Durch den Abbruch mehrerer Häuser in der Maingassenfront entstand die heutige Brückenstraße.

Der Betrieb der Querfähre wurde eingestellt.
1893 Gründung des Vereins für Obst- und Gartenbau
1898 Gründung der Getreideverkaufsgenossenschaft
1899 Darlehnskasse, Weinbau- und Getreideverkaufsgenossenschaft treten der Zentralverkaufsgenossenschaft bei.
1909 großes Hochwasser. Mit Booten konnten man in den Hof des Löwenwirts fahren.
1911 Bau der Wasserleitung. Allmählich verschwanden die Ortsbrunnen.
1912 Auflösung der Weinbau- und Getreideverkaufsgenossenschaft.
1913 Gründung und Eintragung des Schwesternhaus- und Krankenpflegevereins ins Vereinsregister mit gleichzeitigen Beitritt zum Johannisverein.
1914 -1918 fordert der 1. Weltkrieg 41 Opfer von der Gemeinde.
1920 wurde die dritte Schulstelle errichtet, Gründungsjahr der Frankonia und des Männergesangsvereins.
1921 am 14 August wurde die Versorgung mit elektrischen Strom in Betrieb genommen.
1927 im März gründet sich der Fußballclub Retzbach.
1929 der Radfahrverein "Wanderer" gründet sich.
1932 große Arbeitslosigkeit.
1933 Gleichschaltung aller Vereine, des Gemeinderates, Bildung von Nationalsozialistischen Organisationen wie Volkswohlfahrt, Winterhilfswerk, Arbeitsfront, Reichsnährstand, Hitlerjugend und Jungvolk, Frauenschaft, Aufstellung von Funktionären oder politischen Leitern, Förderung der Familiengründung durch Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen. Retzbach gehörte als Zelle zur Ortsgruppe Zellingen.
1936 Beseitigung der Arbeitslosigkeit, Entschuldung verschiedener landwirtschaftlicher Anwesen. Beginn des Mainausbaus und Errichtung der Staustufe Himmelstadt. Die Gemeinde Retzbach trat 7 ha Weisen ab und verlor ihr Weidengelände.
1939 Mainaufstauung durch die Schleusen Erlabrunn und Himmelstadt.
1939 -1945 fordert der 2. Weltkrieg 51 Todesopfer und 37 an Vermißten aus der Gemeinde, 17 Opfer aus dem Kreis der Heimatvertriebenen und Evakuierten.
1945 lag Retzbach von 1. bis 8. April im Kampfgebiet der Schutzstaffel (SS) auf den Retzbacher und der Amerikaner auf den Zellinger Höhen. Dabei kamen 3 Zivilpersonen und ein französischer Kriegsgefangener ums Leben, zahlreiche Häuser Retzbachs gingen in Flammen auf.

Beim Einrücken der Amerikaner wurden alle NS-Verbände aufgelöst, auch deren Gemeinderat. Vinzenz Gehrig wurden von den Amerikanern mit der Führung der Gemeinde beauftragt. Sämtliche Beamte, soweit sie Mitglieder der NSDAP waren, wurden entlassen. Dass sie nicht wie in den meisten Orten von den Amerikanern interniert wurden, ist allein Vinzenz Gehrig zu verdanken, der sich mit Energie dagegen wehrte.

Ein amerikanischer Panzer beschädigte das Sandtor so stark, dass man es abriss. Damit verschwand das letzte Retzbacher Tor.
1947 kam große Erbitterung ins Dorf durch die sogenannte Entnazifizierung.
1948 wurden die 4. und 5. Schulstelle errichtet.

Verlust großer Vermögen durch die Währungsreform. Zehntausende Mark die durch den Schwarzhandel mit Vieh, Wein, Lebensmitteln aller Art, zusammengebracht waren, verloren 21. Juni völlig ihren Wert, da sie dem Finanzamt weder gemeldet noch versteuert worden waren. Um sich vor Strafen wegen Steuerhinterziehung zu sichern, verbrannten viele Besitzer ihr Geld. Am Währungstag hatten alle Personen gleichviel Geld, ob groß oder klein, arm oder reich, jeder 60,-- DM. Waren vor der Reform die Läden leer, so gab es am nächsten Tag alles zu kaufen, und das neue Geld wechselte schnell die Besitzer. Die gehorteten Waren erbrachten Währungsgewinne. Die Altsparer aber verarmten völlig.

Gründungsjahr des Kolpingvereins und des TSV 1871 aus dem TV 1871 und dem FC 1927.
1950 am 6. August läuten zum ersten mal die neuen Glocken.
1952 Erweiterung der Wasserleitung, Anlage des Hochbehälters auf dem Hauenberg.
1953 trockener Sommer und Herbst. Wein von einer hervorragenden Güte.
1954 Kanalisierung von Mainstraße und Sandhof. Pflasterung und Gasversorgung der kanalisierten Ortsteile. Die Elektrifizierung der Eisenbahn begann genau 1000 Jahre nach ihrer Eröffnung.

Am 26 September sah Retzbach während der Manöver der amerikanischen Truppen die ersten 2 Atomkanonen. in dem nassen Jahr konnte die Ernte nur mit Mühe geborgen werden und die Früchte alle neigen sehr zur Fäulnis. Der Wein ist sauer.

Ende September wurde die Kugel am Kirchturmkreuz geöffnet, da sie 1945 von Granatsplittern durchsiebt und die Einlagen beschädigt waren. Zu den alten Urkunden in der verlöteten Blechhülse, die von 1846 und 1936 stammten, wurde eine neue gelegt mit der Schilderung der jetzigen Verhältnisse. Zusammen gestellt von Valentin Rosel. Am 11. November wurde die Kugel verschlossen und wieder auf den Turm gebracht.

Am 14. November wurde die Kriegsgedächtnisstätte ihrer Bestimmung übergeben.
1955 Baujahr Schulhausbau. Erstellung vieler Privathäuser. Neuer Ortsbebauungsplan. 1 qm Baugelände ca. 4,-- DM. Veröffentlichung der Ortschronik von Valentin Rosel, einer Fleißarbeit die auf wissenschaftlicher Quellenforschung basiert und in allen echten Retzbacher Haushalten vorzufinden ist. Die Kurzchronik bis hierher ist größtenteils aus ihr entnommen.
1956 Gründung des Spielmannszuges als Abteilung des TSV.
1959 Gründungsjahr des Kleintierzuchtvereins.
1962 im März Gründung des Fischervereines.
1963 Außenrenovierung der Pfarrkirche.
1964 im April Baubeginn der Kar7 nach Retzstadt.
1965 Beginn der Weinbergsbereinigung Berg.
1966 Verabschiedung des Ehrenbürgers und Ortspfarrers H. H: Hermann Klug; sein Nachfolger wird H. H: Pfarrer Ludwig Seitzer.
1967 Einsturz des Langhauses der Wallfahrtskapelle, Beginn des Wiederaufbaus und Erweiterung des Langhauses.
1968 Einweihung der Zentralschule (Laurentiusschule), heute wird sie als Grundschule genutzt.
1969 am 1. Juli Auflösung der katholischen Bekenntnisschule und Errichtung der Volksschule (Verbandsschule) Retzbach-Zellingen sowie Gründung des Schulverbandes.
1970 Bau des Feuerwehrgerätehauses am Grubenweg. Baubeginn der 3 kleinen Fischteiche an der Retz.
1971 im Januar Schließung des Gasthauses "Zum Ochsen"; Beginn der Weinbergsbereinigung "Dietal".
1973 im Frühjahr Schließung des Gasthauses "Zur Sonne".
1974 am 16. Juni 1974 wird Pfarrer Gerold Postler Nachfolger des im gleichen Jahr verstorbenen Pfarrers Ludwig Seitzer; am 22. Dezember Gründung des RCC; Faschingsumzüge gab es aber schon vereinzelt vor dem 2. Weltkrieg.
1975 Renovierung des Daches der Pfarrkirche mit Ausbesserungsarbeiten am Gebälk, das beim Beschuß 1945 beschädigt wurde.

Am 1. Januar Eingemeindung und Bildung des Marktes Zellingen, das Retzbacher Rathaus verlor seine Zweckbestimmung.

Am 11. Oktober wurde die neue Hauptschule des Schulverbandes Retzbach-Zellingen offiziell eingeweiht.
1976 Renovierung des Turmes der Pfarrkirche durch die Gemeinde, die hierfür die Baulast anerkannt hatte. Am 22. September Anschluß an die Fernwasserversorgung.
1977 Weinbergsbereinigung "Klessberg"; Fertigstellung des großen Fischteiches an der Retz durch den Fischerverein und Erstellung der Außenanlagen; Entfernung der Pflastersteine auf der Ortsdurchfahrt der B27 und Teerung der Straße; am 14. Juli wird die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes "Zellinger Becken" fertiggestellt.
1978 Weinbergsbereinigung "Rieder"; am 10 April Gründung der "Blasmusikfreunde Retzbach Zellingen"; am 1. Mai wird Duttenbrunn eingemeindet und in die Verwaltungsgemeinschaft Zellingen mit den Mitgliedsgemeinden, Himmelstadt, Markt Thüngen, und Retzstadt wird gegründet; am 9. September Abschluß einer erneuten Renovierung der Pfarrkirche durch die Altarweihe; Fertigstellung der Retzbegradigung.
1979 wird der neugebaute Kindergarten mit 3 Gruppen eingeweiht; die Arbeitnehmerbildungsstätte auf dem ehemaligen Gelände des Hotels und Tanzlokals "Benediktushöhe" wird errichtet. Stellung eines 1. Antrag auf Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm.
Am 1. April Gründung des Winzer- und Weinbauvereins; im Oktober wird der Spielmannszug ein eigenständiger Verein.
1981 lässt sich am 4. Mai der praktische Arzt Herbert Schär nieder.
1984 eröffnet der Zahnarzt Dr. Wolfgang Henke im Januar seine Praxis.
1985 am 30 Juni hat Retzbach 2078 Einwohner;
Im Sommer findet das Brückenfest zum 100-jährigen Bestehen der Brücke statt.
Am 5. November wird die Planfeststellung für die Ortsumgehung der B27 eingeleitet.
1986 im Januar ist seit vielen Jahren der Main wieder einmal zugefroren, es herrschen Temperaturen um 25 Grad unter Null. Die Anwohner gehen auf dem Main spazieren, obwohl es verboten ist, und die Jugend fährt mit Mopeds und Fahrrädern auf dem Eis herum.

Am 15. Juni fährt seit Jahrzehnten wieder einmal ein Floß mainabwärts. Die Bevölkerung nimmt großen Anteil an dem Schauspiel, doch die gute alte Flößerstimmung kommt nicht so recht auf: die geringe Strömung des Mains, bedingt durch die Stauhaltungen, hätte das Floß nicht schnell genug vorangebracht, so wird es durch ein schweres Schleppschiff vorbeigeschoben.

Das ehemalige Gelände des Bims- und Betonsteinwerkes soll in einen Festplatz umgestaltet werden, im Herbst werden die ersten Bäume gepflanzt.

Am 1. Dezember wird das Abschlussverfahren der letzten Flurbereinigung beendet.
1987 im Juni Einweihung des Vereinsheimes des TSV; am 28. August wird der Planfeststellungsbeschluss für den Mainausbau gefasst.
1990 Baubeginn Umgehungsstraße B 27
1996 Einweihung Umgehungsstraße B27



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