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| Antike |
| Vorspann | |
| Der Ziehbrunnen war
durch die Jahrhunderte das Wahrzeichen von Duttenbrunn.
Es gab derer rnehrere bis in die neuste Zeit. Auch hatte
fast jeder Hof eine Zisterne in der Scheune, im Keller
oder im Garten hinter dem Hause. Auch waren am Dorfrande
und im Dorfe mehrere kleine Weiher, genannt
"Weth". Es war die ständige Wassernot, die
Duttenbrunn durch die Jahrhunderte begleitete. Bei kaltem
Winter oder sehr heißem Sommer hatte das Dorf fast gar
kein Wasser. Es musste vom benachbarten Urspringen auf
Wagen in Fässern herbeigeführt werden. Der Name "Duttenbrunn" hängt damit zusammen. Die heutige Schreibweise "Duttenbrunn" kam erst im 16. Jahrhundert auf. In alten Urkunden gab es mehrere Schreibweisen. Die geläufigsten waren: Tuetenbrunn und Tuotenbrunn. Tuetenbrunn hängt sicher mit dem Wort "Tüte" zusammen und bedeutet "Röhre". Es war also ein Brunnen mit einem Brunnenrohr. Die andere Schreibweise bedeutet "Totenbrunn", ein Brunnen, der kein Wasser hat, also ein toter Brunnen ist. Über den Ursprung des Dorfes ist nichts näheres bekannt. Nach der Überlieferung soll Duttenbrunn zusammenhängen mit dem verschwundenen Dorf Seehausen. Ein Teil der Gemarkung gegen Zellingen heißt Seehausen. Bauern haben dort bei der Feldbestellung die Grundmauer einer Kirche und Häuser, sowie den Friedhof entdeckt. Es war auch ein Massengrab gefunden worden, wahrscheinlich ein Pestgrab. Die Bewohner von Seehausen haben ihr Dorf aufgegeben und sind sowohl nach Duttenbrunn wie nach Billingshausen gezogen. Der Grund dürfte Unsicherheit oder die Pest gewesen sein. In Franken gab es im Mittelalter keine freien Bauern, sie hatten alle einen Grundherrn, dem sie hörig und zehntpflichtig waren. So hatte auch Duttenbrunn mehrere Grundherrn. Einmal das Domkapitel zu Würzburg 1231 wurde vom Bischof Hermann das Frauenkloster in Himmelstadt gegründet. Es hieß "Himmelstadt". Später wurde es nach Würzburg am Schottenanger verlegt und wurde "Himmelspforten" genannt. Es ist das heutige Himmelspforten. Diesem Kloster überließ das Domkapitel einige Höfe in Duttenbrunn zum Unterhalt des Klosters. Auch waren einige Adelige, wie die Grafen von Wertheim, die Edelknechte von Lutenbach, die Freiherrn von Sickingen und die Grafen von Castell. Duttenbrunn hatte so eine Reihe von Grundherrn, denen die Bauern zehntpflichtig waren. Als Zehnt war z. B. festgesetzt: 16 Malter Korn, 4 Malter Weizen und 4 Malter Hafer, ferner 40 Pfennig Zins und Hühner zu Martini zu liefern. 1 Malter = 125 Liter ! Das Leben der Bauern war armselig. Wohnhaus und Stall waren gewöhnlich unter einem Dache. Das gab wenigstens im Winter etwas Wärme. Zur Beleuchtung diente ein Kienspan und das Talglicht. Es herrschte die Dreifelderwirtschaft. Ein Drittel des Flures trug Getreide, ein Drittel Hackfrüchte und Erbsen, Linsen, Flachs, ein Drittel blieb brach liegen. Kunstdünger kannte man keinen, nur Stalldung. Kartoffel und Kleeanbau war unbekannt, dafür gab es Wiesen, die in trockenen Jahren nichts einbrachten. |
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| Antike | |
| 500 v Chr. | Auf der Gemarkung an der Grenze
zu Urspringen bzw. Billingshausen befinden sich einige
Hügelgräber. 1868/74 wurde eines geöffnet. Der Inhalt weist auf frühere Latehezeit um 500 v. Chr. hin. |
| MIttelalter | |
| 1015 | Im Jahre 1015 schenkte Kaiser
Heinrich 11. dem Stifte Würzburg einen Wildbann, zu dem
auch die Wälder um Duttenbrunn gehörten. Dadurch
entstand für die Bauern eine große Plage, der
Wildschaden. Die Bauern durfte ja das Wild nicht jagen.
Es gab vor allem Hirsche, Reh- und Schwarzwild, abgesehen
von Hasen, Fasanen usw. Auf Wildfrevel standen schwere
Strafen. Die Bauern hatten schwer an ihrem Schicksal zu
tragen. |
| 1190 | Die älteste steinerne Urkunde des
Dorfes ist der alte Chor der Kirche. Es war zwischen 1190
und 1220 errichtet worden, erkenntlich am Rundbogenfries
an der Außenwand. |
| Neuzeit | |
| 1525 | Darum dürfen wir uns nicht
wundern, dass auch ein Duttenbrunner 1525 im Bauernkrieg
als Anführer bei der Zerstörung der Karlburg oberhalb
Mühlbach beteiligt war. Er hieß Georg Knecht und wurde
mit anderen Aufrührern nach dem Aufstand in Karlstadt
hingerichtet. Vom 30-jährigen Krieg wissen wir nur, dass am 14. April 1647 und 22. Februar 1648 Schweden hier
waren. Das Dorf muss doch recht mitgenommen worden sein,
da damals nur 2-3 Geburten im Jahr waren. Überschlagen wir ein Jahrhundert! |
| 1799 | Im Jahre 1799 erschien ein
"Lexikon für Franken". Darin steht: "Duttenbrunn ein fürstlich würzburgerisches katholisches Dorf im Amte Karlstadt. Es hat 80 Häuser und pfarrt nach Urspringen. Die gesamte Einwohnerschaft besteht aus 354 Seelen. Die Zahl der Schulkinder beträgt 50, der Lehrer erhält rund 100 Gulden fränkisch. Drei Höfe gehören dem Grafen von Castell, der sie vor wenigen Jahren vom Freiherrn von Sickingen kaufte. Neben Landwirtschaft gibt es im Dorf einige Leinweber und Schneider, einen Schuster, Schmied, Mauerer, Wagner und Büttner. Das Ackerland ist zum Teil gut, zum Teil mittelmäßig. Gebaut werden Korn, Dinkel, wenig Weizen, Hafer, Gerste, Erbsen, Linsen, Wicken, Flachs. Holz ist ausreichend vorhanden, hauptsächlich Eiche, Buche, Aspe und Buschholz. Auch ein Wein der mittleren Güte wächst auf der Gemarkung. " Es war in diesem Jahrbuch, noch be- merkt worden, dass es einmal wegen Mangel an Wasser einen großen Brandschaden erdulden musste. |
| 1779 | Von 1779 -1795 regierte der
vorletzte Fürstbischof von Würzburg, Franz Ludwig von Erthal. Er war ein freisinniger, sozialeingestellter
Fürst. Er bemühte sich um Hebung des Wohlstandes in
seinem Fürstentum. So wie er sich um Hebung von Handwerk
und Industrie bemühte, so auch um die Förderung des
Bauernstandes. Er ließ das Wild in seinem Wildbann abschießen. Nun konnten die Bauern aufatmen. Er führte
den Kleebau ein, ebenso den Kartoffelbau. Nun begann für
die Bauern in Duttenbrunn eine Wende zum Besseren. Die
Bauern konnten nicht nur Getreide verkaufen, sondern auch
Vieh. Viehzucht und Viehhandel brachten Wohlstand ins
Dorf. Mit Hilfe des Stalles hob sich auch die Bodengüte.
An den Anwesen zeigte sich der Wohlstand in den hohen
Giebeltoren. |
| 1803 | 1803 wurden durch den
Reichsdeputationshauptschluß die geistlichen Fürsttümer aufgehoben und weltlichen Fürsten unterstellt. Würzburg kam 1803-1806 zu Bayern. |
| 1806 | Von 1806 bis 1814 wurde es ein
Großherzogtum von Toscana. 1814 kam es dann endgültig
zu Bayern. Damit begann eine neue Zeit. Die Grundherren
fielen, die Bauern waren nun freie Bauern. Nun konnte
sich Duttenbrunn entwickeln, so dass um die Mitte des
Jahrhunderts die Einwohnerzahl bis 600 stieg. Es seien
einige Ereignisse berichtet: |
| 1856 | 1856/57 herrschte eine Epidemie,
das "Nervenfieber". Ihm fielen 42 Einwohner zum
Opfer. Kinder und alte Leute waren nicht unter den
Opfern, nur jüngere Einwohner von 18 bis 50 Jahren. Nach
Erlöschen der Epidemie wurde die Muttergottes-Statue vor
dem Gemeindebrunnen zum Dank aufgestellt. |
| 1866 | 1866 zogen die Preußen durchs
Dorf. Ein Soldat von Duttenbrunn, Franz Bald, wurde im
Bruderkrieg vermisst. |
| 1870 | Im Kriege 1870/71 waren 22
Soldaten eingezogen, von denen 7 an der Belagerung von
Paris teilnahmen. Gefallene gab es keine. |
| 1873 | Um 1873 war die Einwohnerzahl auf
durchschnittlich 640 angestiegen, später bis 680. 1873 wurde darum auch eine neue Schule gebaut. Die alte Schule stand auf dem heutigen Kirchplatz, wo die Linde steht. Dort war auch ein Gemüsegärtchen des Lehrers und das Feuerlöschrequisitenhaus. Das neue Schulhaus kostete 15000 Gulden. Die Kirche leistete einen Beitrag von 500 Gulden. Die Gemeinde wollte mehr: Es wurde nun auch eine neue Schulstelle errichtet und im Oktober 1873 wurde die neue Schule bezogen. Der Friedhof war früher bei der Kirche am alten Chor. Es wurde wohl schon um 1800 an seinen jetzigen Platz verlegt. |
| 1877 | 1877 wurde das alte Schulhaus und
Feuerlöschgeräte- haus abgerissen. Der Weg zur Kirche
wurde neu angelegt. Die Kirche kaufte den Platz der alten
Schule und Gemüsegarten und Gerätehaus um 200 Mark. Es
wurde damals an eine Kirchenerweiterung gedacht. Als
Ersatz für den Gemüsegarten bekam der Lehrer einen
Gemüsegarten an der Westseite der neuen Schule. |
| 1894 | Im Jahre 1894 traf die Gemeinde
ein schwerer Schlag. Es war die sogenannte Viehpest, der
viel Großvieh zum Opfer fiel. Die Gemeinde gelobte
damals einen Wallgang nach Retzbach zur Wallfahrtskirche
"Maria im grünen Tal", der gewöhnlich im
September gehalten wird. |
| 1897 | Eine neue Prüfung traf
Duttenbrunn im Jahre 1897. Mitten im August während der
Ernte, die Leute waren zum größten Teil auf dem Felde,
brach um die Mittagszeit durch zündelnde Kinder ein
Großbrand aus, dem ein Drittel des Dorfes zum Opfer
fiel. Jetzt spürte man die große Wassernot. Die Wehren aus den umliegenden Gemeinden kamen zum Löschen, aber es fehlte Wasser. Es wurde zum Teil von Urspringen und Billingshausen herbeigefahren. Sogar mit Jauche wurde gelöscht. Es war für die Brandgeschädigten ein schwerer Schlag. Von allen Seiten kamen Spenden zum Wiederaufbau. Der Pfarrer von Urspringen leitete das Hilfskomitee. Ihm wurde damals zum Vorwurf gemacht, dass es bei der Spendenverteilung ungerecht zugegangen sei. |
| 1898 | 1898 wurde nun im Hinblick auf die
Katastrophe die freiwillige Feuerwehr gegründet, um bei
ähnlichen Fällen mit einer geübten Wehr helfen zu
können. Im 19. Jahrhundert war Duttenbrunn zu einer wohlhabenden Gemeinde geworden. Und doch fanden viele Einwohner kein rechtes Auskommen. 163 Duttenbrunner sind im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert. Auch im 20. Jahrhundert gab es noch immer Wassersorgen. Der Dorfbrunnen hinter der Marienstatue spendete das Wasser zum Trinken und Kochen. In trockenen Jahren musste dies rationiert werden und nur zu bestimmten Stunden wurde unter Aufsicht des Gemeindedieners Wasser verteilt. |
| 1918 | Erst nach dem 1. Weltkrieg wurde
es besser. Es begann eine neue Zeit. Das elektrische
Licht wurde eingerichtet und zusammen mit Urspringen eine
Wasserleitung gebaut. Die Leute atmeten auf... |
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